Die Muster fürs Mit-Ohne-Denken

Jeder der strickt kennt sie, die Muster von Martina Behm. Hitchhiker, Lintilla, Viajante.. bekannte Namen in der Strickszene. Fast jeder hat schon das ein oder andere gestrickt. Nur rechte Maschen, sehr einfache Muster, die sich immer wiederholen und sehr eingängig sind.

Jetzt bin ich ja 2015-08-11_17.58.58_medium2nicht unbedingt Freundin des komplett hirnlosen Strickens und bekomme bei 500m in kraus-rechts auch mal nen Anfall. ABER man tut ja viel für Leute, die man mag. Und neben meinem ersten Hitchhiker aus meiner ersten Wollmeise entstand so im Sommer 2015 ein zweiter. Als Wolle hatte ich damals Yotta, ebenfalls Wollmeise, ausgewählt (also eigentlich hat es die Empfängerin ausgewählt) und dann ging es los… immer rechts, immer weiter, immer länger. Nach vielen Monaten des Zwangs und des eher stumpfsinnigen Strickens rechter Maschen war der Hitchy dann fertig. Der zweite meiner Strickkarriere. Wahrscheinlich auch der letzte. 2015-11-03_18.16.44_medium2

Aus dem Jahre 2014 gab es dann noch eine Lintilla. Auch für eine Freundin. Angefangen auf einer Besprechung, da ich nur einen Strang Wolle hatte und etwas brauchte, wobei ich weiter zuhören und reden konnte. Leider bestand das  Muster nicht nur aus lauter rechten Maschen sondern hatte ein zweites Element, das bei mir sofort Hass auslöst: verkürzte Reihen. Mit einem Jahr Herstellungszeit sicher eines der längeren Projekte (wenn man mal bedenkt, wie simpel das Muster ist). Eine Wiederholung ist hier gänzlich ausgeschlossen. Wenn verkürzte Reihen, dann nicht in diesem Muster!

Last but not least gibt es noch die Braidsmaid. Ein etwas neueres Behm-Muster, durch den Zopf sogar interessant. Und es hat linke Maschen! Gestrickt aus einem Flauschegarn für unseren Strickladen. Dort wird das Stück noch bis Ende Februar ausgestellt, dann gehört es mir (ich musste das Garn nicht bezahlen). Übrigens auch ein Muster, das ich nicht wiederholen werde.

Fazit: Ich mag die Endergebnisse der Muster. Ich mag die Tücher wirklich ABER mir ist der Weg dorthin zu langweilig. Ich brauche zumindest etwas Abwechslung.  Wahrscheinlich werde ich trotzdem in der Zukunft noch das ein oder andere Behm-Muster stricken. Aber die Begeisterung über quasi nur-rechte-Maschen und damit für mich stumpfes Stricken wird sich nie so wirklich einstellen. Und schließlich soll Stricken Spaß machen. Wem die Muster Spaß machen: Nur zu, ich möchte es niemandem verbieten! Nur mir, mir macht das so keinen Spaß, also nehm ich lieber etwas abwechslungsreichere Muster. Dazwischen mal ein mindless ist OK, aber ständig und immer geht das mit meinem Kopf nicht.

Was lange währt…kommt viel zu spät!

Zum „Aufholen“ gibt’s heute mal einen Post zum Thema RWSE.

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RWSE ist der Ravelry Worldwide Shawl Exchange und eine Swap-Gruppe, welche 2x im Jahr einen Tüchertausch organisiert. Man meldet sich an, gibt seine Vorlieben und Abneigungen an und b

ekommt einen Partner zugeteilt. Für diesen Partner strickt man dann, mit Hilfe der Eckdaten, ein Tuch und schickt es mit ein paar Goodies ab.

In Runde 11 hatte ich eine liebe Schottin als Partnerin, welche mir völlig freie Hand lies, bei der Auswahl des Musters. Sie wollte lediglich bevorzugt eine „Sichelform“, da sich diese besser tragen lässt.

Gesagt, Getan.. nein. Ich habe ewig wegen dem Muster rum und mich letztendlich für Double Scoop von Ash Alberg entschieden.

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Das Muster ist in der Variante „Large“ gestrickt, mit zwei Strängen Wollmeise (Strohblume und Rh-0-negativ). Als Änderung habe ich statt dem Picot-Abschluss einen iCord gestrickt.

Das verschenkte Endprodukt sah dann so aus:

 

Wie immer geht es mit RWSE weiter und auch dieses Mal musste ich wieder mitmachen!

Für Runde 12 habe ich eine neue Partnerin und ein komplett anderes Muster ausgewählt. Mehr dazu aber erst, wenn das Tuch bei der Empfängerin angekommen ist 🙂 ich möchte ja nicht, dass sie hier ausversehen über den Eintrag stolpert und sich die Überraschung verdirbt!

Und wer selbst mal mitmachen möchte: Nur zu! Man hat zwischen 16 und 20 Wochen Zeit ein Tuch zu stricken, da kommen also auch nicht-Marathon-StrickerInnen auf ihre Kosten. Und man kann angeben ob man stricken oder häkeln möchte, ob man einfache oder komplizierte Muster kann etc. Es wird wirklich seitens der Moderatorinnen sehr darauf geachtet, dass Wünsche und Können zusammenpassen! Also keine Scheu und einfach mal selbst versuchen!

Wie man seine Teilnahme am #Readathon erfolgreich verhindert…

Am Samstag hat Dewey’s 24h Readathon (http://24hourreadathon.com) stattgefunden. Ursprünglich wollten Kwatsch und ich daran teilnehmen.

In Vorfreude habe ich meinen Kindle geladen, auf Werkseinstellungen zurückgespielt (seit dem letzten Softwareupdate hatte das Ding die Reaktionszeit einer rückwärtskriechenden Schnecke auf Valium), Bücher runtergeladen und eine Liste angelegt, was alles zu lesen wäre. Hier also die Liste der Bücher, die ich nicht gelesen habe:

  • Prudence – Gail Carriger
  • Three Times Dead – Max Gladstone
  • The Wise Man’s Fear – Patrick Rothfuss
  • A Dance with Dragons – George R. R. Martin

Natürlich wollte ich nicht alle Bücher komplett lesen, aber es wäre schön gewesen Fortschritte machen.

Nun gibt es da aber noch meine andere Hälfte und die hatte für Samstag ganz andere Pläne. Ursprünglich wollten wir ins Kino (Avengers: Age of Ultron), anschließend zum Hans im Glück und dann nach Hause (Ich Readathon, Hälfte Computer). Nun war die Hälfte aber statt im Kino mit Fahrzeug beim TÜV und ich habe meinen Nachmittag nach dem Essen in Zweiradgeschäften verbracht. Anschließend war die andere Hälfte noch supersozial und wir haben einen Film geschaut. Also dachte ich mir: gut, dann zumindest am Sonntag endlich Readathon!

Pus-te-kuch-en.

Am Sonntag hat die zweite Hälfte erst ein gemeinsames Frühstück gewünscht. Dazu gab es einen Film (Horns – danke Netflix), anschließend hatte ich tatsächlich mal 30 Minuten zum Lesen, gefolgt von einer 40 km Radtour nach Starnberg.

Das war’s. Nix gelesen.

Was ich daraus gelernt habe?

  1. Readathon der andere Hälfte ankündigen, damit Pläne im Keim erstickt werden.
  2. Readathon-Teilnahme bei schönem Wetter kann man quasi eh vergessen… (außer im Urlaub!)

P.S.: Die Radtour war übrigens sehr schön.